Discussion:
Weitergabe von Ü-Untersuchungen an Institutionen
(zu alt für eine Antwort)
Sebastian Karkus
2010-01-25 00:30:04 UTC
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Raw Message
Hallo Eltern,

ich bekam ein Schreiben über eine anstehende Ü4 vom Universitätsklinikum
des Saarlandes (als RLP´ler?!) und eine anliegende
"Untersuchungsbestätigung", mit der man den Kinderarzt von der Weitergabe
der Daten freispricht.

Ich habe nichts gegen die "Überwachung" vom Staat, um Mißbrauchsfälle zu
verhinden, allerdings stört mich die Aufmachung ein wenig, denn:

- ich weiß nicht, wo und wofür und wie lange welche Daten und wofür
verwenden werden
- warum die staatliche Behörde diese Aufgabe so ohne weiteres an ein
ziviles Organ weitergeben kann (hier das Universitätsklinikum Homburg/Saar)
- ob denn auch bei Nichtbeachten des Schreibens man in Ruhe gelassen wird,
denn:
"Was passiert, wenn Sie diese Früherkennungsuntersuchung verpassen?
Dann erhalten Sie automatisch ein Erinnerungsschreiben. Sollten Sie auch
danach die Untersuchung Ihres Kindes nicht wahrnehmen, nimmt das
Gesundheitsamt mit Ihnen Kontakt auf..."
Also ist es quasi schnuppe, ob man es (diese Bescheinigung) weiterleitet,
denn wenn man sie nicht durchführen WÜRDE, so wird es irgendwie auch ohne
die Zustimmung an das Jugendamt gemeldet?

Wie gesagt: Die Vorsorge wird für unsere kleine selbstverständlich gemacht,
aber ob solche Schreiben nun ein Nepp sind oder ernstgemeinte Schreiben
sind: Keine Ahnung :( Weiß jemand mehr?
--
Gruß
Sebastian
Peter Becker
2010-01-25 10:20:05 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Karkus
ich bekam ein Schreiben über eine anstehende Ü4 vom Universitätsklinikum
des Saarlandes (als RLPŽler?!)
Vielleicht hat die Pfalz ja sowas nicht. Ich wohne seit über 20 Jahren in
der Südpfalz, und die Region kommt mir manchmal etwas rückständig vor.

http://www.saarland.de/26770.htm
Das Saarland richtete als ERSTES Bundesland ... eine Zentrale
Screeningstelle, das Zentrum für Kindervorsorge (ZfK) am
Universitätsklinikum Homburg,
Post by Sebastian Karkus
und eine anliegende
"Untersuchungsbestätigung", mit der man den Kinderarzt
von der Weitergabe der Daten freispricht.
Ist das die tatsächliche Formulierung? So eine nichtssagende Formulierung
wäre ein regelrechter Persilschein zur Missachtung der ärztlichen
Schweigepflicht.

Ich würde das Formular abändern, so dass der Arzt (nur) berechtigt ist,
weiterzugeben, dass die Untersuchung wahrgenommen wurde und keine
Verdachtsmomente für die Gefährung des Kindeswohls vorliegen.
Post by Sebastian Karkus
- ich weiß nicht, wo und wofür und wie lange welche Daten und wofür
verwenden werden
Frag die Absender einfach.
Post by Sebastian Karkus
- warum die staatliche Behörde diese Aufgabe so ohne weiteres an ein
ziviles Organ weitergeben kann (hier das Universitätsklinikum
Vermutlich meint man, dass diese Aufgabe bei medizinischem Personal besser
aufgehoben ist.
Post by Sebastian Karkus
Wie gesagt: Die Vorsorge wird für unsere kleine selbstverständlich
gemacht, aber ob solche Schreiben nun ein Nepp sind
Wieso Nepp? Wurde etwa auch Geld verlangt?
--
Gruß,
Peter
http://www.Peter-Becker.de
http://www2.Peter-Becker.de
Sebastian Karkus
2010-01-26 08:20:11 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
ich bekam ein Schreiben über eine anstehende Ü4 vom Universitätsklinikum
des Saarlandes (als RLP´ler?!)
Vielleicht hat die Pfalz ja sowas nicht. Ich wohne seit über 20 Jahren in
der Südpfalz, und die Region kommt mir manchmal etwas rückständig vor.
http://www.saarland.de/26770.htm
Das Saarland richtete als ERSTES Bundesland ... eine Zentrale
Screeningstelle, das Zentrum für Kindervorsorge (ZfK) am
Universitätsklinikum Homburg,
Post by Sebastian Karkus
und eine anliegende
"Untersuchungsbestätigung", mit der man den Kinderarzt
von der Weitergabe der Daten freispricht.
Ist das die tatsächliche Formulierung? So eine nichtssagende Formulierung
wäre ein regelrechter Persilschein zur Missachtung der ärztlichen
Schweigepflicht.
Kann sie dir jetzt leider nicht genau wiedergeben, da Frau es wieder an
sich genommen hat und ich sie nicht wecken möchte :) Aber es ging wohl um
die Weitergabe der Untersuchung - nagel mich nicht bitte auf den Wortlaut
fest.
Post by Peter Becker
Ich würde das Formular abändern, so dass der Arzt (nur) berechtigt ist,
weiterzugeben, dass die Untersuchung wahrgenommen wurde und keine
Verdachtsmomente für die Gefährung des Kindeswohls vorliegen.
Post by Sebastian Karkus
- ich weiß nicht, wo und wofür und wie lange welche Daten und wofür
verwenden werden
Frag die Absender einfach.
:-) Schon klar, nur wenn es irgendein gängiger Nepp wäre (und davon haben
wir ja genug im Land), dann hätte ich das Schreiben schon entsorgt. Um das
zu wissen, frage ich halt hier...
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
- warum die staatliche Behörde diese Aufgabe so ohne weiteres an ein
ziviles Organ weitergeben kann (hier das Universitätsklinikum
Vermutlich meint man, dass diese Aufgabe bei medizinischem Personal besser
aufgehoben ist.
Post by Sebastian Karkus
Wie gesagt: Die Vorsorge wird für unsere kleine selbstverständlich
gemacht, aber ob solche Schreiben nun ein Nepp sind
Wieso Nepp? Wurde etwa auch Geld verlangt?
:-) Träumer :-)
Gestern klingelt das Telefon und man teilt mir mir, ich hätte 15k in bar
gewonnen bei einem Gewinnspiel. Muss nur eine "09(Sprechpause)00"-Rufnummer
anrufen. Der Anrufer verlangte wirklichg kein Geld und versprach nur
welches... Auch wenn da ein Logo von RLP abgebildet ist, so ist es immer
noch kein Zeichen für Seriösität...

Aber wenn das Verfahren ok und bekannt ist, dann hat sich meine Frage
beantwortet.
--
Gruß
Sebastian
Peter Becker
2010-01-27 11:25:03 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Karkus
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
Wie gesagt: Die Vorsorge wird für unsere kleine selbstverständlich
gemacht, aber ob solche Schreiben nun ein Nepp sind
Wieso Nepp? Wurde etwa auch Geld verlangt?
:-) Träumer :-)
Warum?
Post by Sebastian Karkus
Gestern klingelt das Telefon und man teilt mir mir, ich hätte 15k in bar
gewonnen bei einem Gewinnspiel. Muss nur eine
"09(Sprechpause)00"-Rufnummer anrufen.
Hübsch. Schade dass man bei einem telefonischen Überfall in der Regel nicht
voll da ist. (Deswegen wird es ja per Telefon gemacht.) Sonst wäre notieren
der Nummer und Meldung an die Netzaufsichtsbehörde der zwingende nächste
Schritt. Nur wenn die Opfer zusammenhalten, lassen sich solche Seuchen
eindämmen.
Ein ähnliches Beispiel ist hier:
http://www1.peter-becker.de/Fundgrube/Recht/Aktion/DeutscheReiseSpiel/_inhalt.htm
Post by Sebastian Karkus
Der Anrufer verlangte wirklich kein Geld und versprach nur
welches...
und verlässt sich drauf, dass das Opfer die Kostenfalle in der Nummer nicht
bemerkt.
PS Kennst Du das momentane Nachtprogramm vom Kinderkanal? Am Ende der
15-Minuten-Periode ist auch so eine Gewinnspielsatire.
Post by Sebastian Karkus
Auch wenn da ein Logo von RLP abgebildet ist, so ist es immer
noch kein Zeichen für Seriösität...
Stimmt. Andererseits kann es auch seriös sein. Darum ist die Frage im
Einzelfall notwendig.
--
Gruß,
Peter
http://www.Peter-Becker.de
http://www2.Peter-Becker.de
Sebastian Karkus
2010-01-29 00:10:04 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo,
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
Wie gesagt: Die Vorsorge wird für unsere kleine selbstverständlich
gemacht, aber ob solche Schreiben nun ein Nepp sind
Wieso Nepp? Wurde etwa auch Geld verlangt?
:-) Träumer :-)
Warum?
Weil dort kein Geld verlangt wurde.
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
Gestern klingelt das Telefon und man teilt mir mir, ich hätte 15k in bar
gewonnen bei einem Gewinnspiel. Muss nur eine
"09(Sprechpause)00"-Rufnummer anrufen.
Hübsch. Schade dass man bei einem telefonischen Überfall in der Regel nicht
voll da ist. (Deswegen wird es ja per Telefon gemacht.) Sonst wäre notieren
der Nummer
die nicht übertragen wird...
Post by Peter Becker
und Meldung an die Netzaufsichtsbehörde der zwingende nächste
Schritt.
was bereits geschehen ist mit der beworbenen Rufnummer. Aber das ist eh OT.

[...]
--
Gruß
Sebastian
Peter Becker
2010-01-29 12:00:08 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Karkus
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
Post by Peter Becker
Post by Sebastian Karkus
gemacht, aber ob solche Schreiben nun ein Nepp sind
Wieso Nepp? Wurde etwa auch Geld verlangt?
:-) Träumer :-)
Warum?
Weil dort kein Geld verlangt wurde.
Dann war das ein sprachliches Missverständnis. Unter "Nepp" versteht man das
Fordern von Geld (ohne angemessene Gegenleistung).
http://de.wiktionary.org/wiki/Nepp
Ich konnte mir das bei einem solchen Schreiben nicht vorstellen und habe
darum gefragt, wieso Du nach Nepp fragst.
Post by Sebastian Karkus
Post by Peter Becker
Schade dass man bei einem telefonischen Überfall in der Regel nicht
voll da ist. (Deswegen wird es ja per Telefon gemacht.) Sonst wäre
notieren der Nummer
die nicht übertragen wird...
Ist mittlerweile zwar Pflicht, aber natürlich halten sich Ganoven nicht
dran.
Zur Zeit, als das noch nicht Pflicht war, habe ich mir in einem solchen Fall
beholfen, indem ich dem Anrufer eine Falle stellt, um schriftliches zu
bekommen. Aber bei diesem Anruf war ich zufällig "einsatzbereit" für sowas.
Diesen Ganoven wurde das Handwerk gelegt durch einen Unterlassungsprozess
vom Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität.
--
Gruß,
Peter
http://www.Peter-Becker.de
http://www2.Peter-Becker.de
Carsten Beckermann
2010-01-25 10:20:08 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Karkus
Hallo Eltern,
ich bekam ein Schreiben über eine anstehende Ü4 vom Universitätsklinikum
des Saarlandes (als RLP´ler?!) und eine anliegende
"Untersuchungsbestätigung", mit der man den Kinderarzt von der Weitergabe
der Daten freispricht.
Das ist in RLP so Gesetz.
Dieses Klinikum im Saarland ist in der Tat die zentrale Stelle für diese
Schreiben.

Als verantwortungsvolle Eltern lässt man die U-Untersuchung sowieso vom
Kinderarzt seiner Wahl durchführen.

Wer das aus welchen Gründen auch immer nicht tut oder nicht tun möchte,
der wird dazu nicht gezwungen.

Es geht dann seinen Weg über das Gesundheitsamt und dann das Jugendamt
(oder anders herum, ich weiß es nicht mehr).

Deshalb ist man noch nicht asozial und bekommt auch die im Grundgesetz
festgelegten Rechte und Pflichten des Erziehungsberechtigten nicht entzogen.

Die staatlichen Institutionen prüfen lediglich den Entwicklungs- und
Gesundheits-
zustand des Kindes.

So einen Fall habe ich im Wohnort bei einer Nachbarin erlebt. Die war mit
ihrem Kind bei der U-Untersuchung, aber hatte diese Bestätigung nicht dabei.

Somit konnte auch keine Stelle von der Untersuchung erfahren, denn der
Kinderarzt darf meines Wissens nach nicht das Ergebnis weiterleiten ohne
diese Einwilligung.

Es ging weiter, dass eine Dame vom Amt nach Hause kam zu meiner
Nachbarin. Sie lies die Dame nicht rein und motzte sie an. Das, was die
Dame sah, reichte ihr jedoch (im positiven Sinne) aus, da die offene
Wohnungstür den Blick auf einen Teil der Wohnung erlaubte. Zudem
war das zu prüfende Kind ja neben seiner Mama für die Dame auch
sichtbar. Das genügte ihr soweit.

Da frage ich mich doch ernthaft, wieso ich mir die Mühe machte mit
diesem Bogen. Aber wenn es halt für die Kinder ist, sieht man über
vieles hinweg.

An der Sache stört mich nur eine Tatsache: die Dame vom Amt
musste bei meiner Nachbarin vorbeikommen. Das ist Arbeitszeit,
welche woanders vermutlich sinnvoller hätte eingesetzt werden können.

Zudem ist mir unklar, wie die Ämter sicherstellen wollen, dass sie
bei dem vorangemeldeten Besuch auch das "richtige" Kind gezeigt
bekommen. Dieses Problem taucht in meinem Kopf auch auf beim Kinderarzt.

Wenn jemand ein "anderes" Kind mitnimmt zum Kinderarzt (nicht
der reguläre, sondern ein anderer, welcher ihn noch nie gesehen
hat), dann bekommt dieser jemand den Freifahrschein. Mir ist noch nicht
so ganz klar, wie dieses System verhindern kann, dass sich ein
Kindesvernachlässiger ein "ordentliches" Kind ausleiht, um damit die
Untersuchung durchführen zu lassen. Wer auch immer so etwas tut
und wer auch immer sein Kind so einem Menschen ausleihen würde,
sei mal dahingestellt.

Wer betrügen will, der wird es tun. Es wird ihm allerdings
erschwert.

Es werden noch einige Untersuchungen kommen, nicht nur beim
Kinderarzt, nein z.B. auch im Kindergarten die Sprachförderungs-
Untersuchung. Diese ist meines Wissens nach auch dann Vorschrift,
wenn man sein Kind nicht im Kindergarten hat. Ebenso die evtl.
nötige Logopädie. Diese muss meines Wissens nach besucht
werden. Dazu gibt es 2 oder 3 Tage im Kindergarten, in denen
eine Fachkraft den Kindergarten besucht und die Kinder dort
bei ihr erscheinen _müssen_. Dies ist schon eine Art Schulpflicht.
Von Eltern habe ich gehört, dass die Uhrzeiten der KiTa-Logopädie
recht unpraktisch für sie waren, wenn das Kind morgens länger
schläft. Die Gründe für das Längerschlafen habe ich nicht näher
hinterfragt, da hat bestimmt jeder seine Gründe.

Aus Berichten, die ich von anderen Eltern hörte, ist es aber
ohne Probleme möglich, mal telefonisch abzusagen bei Krank-
heit des Kindes oder bei geplantem Urlaub. Ja, Urlaub der
Familie, nicht in den Schließzeiten des Kitas - sowas darf es
geben. Nicht alle Eltern bekommen in dieser Ferienzeit Urlaub,
weil Eltern schulpflichtiger Kinder zum Glück oft Vorrang haben.

Also alles nicht so schlimm. Wenn man mit den Sprachförderkräften
über geplante "Nichtbesuche" des Kindes redet, kann man eine
Lösung finden.

Ebenso die U-Untersuchungen des Kindes. Das hat nichts mit
Überwachung zu tun, sondern wirklich nur mit dem Kindeswohl.
Da sieht es mit der jahrzehntelangen Aufbewahrung der Daten
des Einschulungstests ganz anders aus, aber dies ist ein anders
Thema.

Grüße
Carsten
Sebastian Karkus
2010-01-26 08:20:15 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo,
Post by Carsten Beckermann
Post by Sebastian Karkus
Hallo Eltern,
ich bekam ein Schreiben über eine anstehende Ü4 vom Universitätsklinikum
des Saarlandes (als RLP´ler?!) und eine anliegende
"Untersuchungsbestätigung", mit der man den Kinderarzt von der Weitergabe
der Daten freispricht.
Das ist in RLP so Gesetz.
Dieses Klinikum im Saarland ist in der Tat die zentrale Stelle für diese
Schreiben.
Ah, ok, danke für die weitere Bestätigung.
Post by Carsten Beckermann
Als verantwortungsvolle Eltern lässt man die U-Untersuchung sowieso vom
Kinderarzt seiner Wahl durchführen.
Logisch.
Post by Carsten Beckermann
Wer das aus welchen Gründen auch immer nicht tut oder nicht tun möchte,
der wird dazu nicht gezwungen.
Es geht dann seinen Weg über das Gesundheitsamt und dann das Jugendamt
(oder anders herum, ich weiß es nicht mehr).
Siehst- und hier war ich auch stutzig, denn in dem Schreiben wird das ja
angekündigt, dass man vom Jugendamt einen Besuch bekommt, wenn man sie
NICHT macht.Wenn sie also wissen, dass man sie NICHT macht, warum sollen
sie denn nicht wissen, dass man sie macht? Oder andersrum: Wenn sie den
Nachweis einer Untersuchung verlangen, diese dann nicht bekommen, dann
schließen sie automatisch auf eine nichtstattgefundene U und schickt das
Jugendamt hin. Und welche Rechte hat dies, wenn (rein theoretisch) man
denen die Informationen verweigert?

Immerhin gibt es so viele kaputte, die ihren Kindern im Moment die
Impfungen verweigern, da sie hinter diesen irgendwelche
Verschwörungstheorien vermuten - die kommen damit scheinbar tatsächlich
durch!
Post by Carsten Beckermann
Deshalb ist man noch nicht asozial und bekommt auch die im Grundgesetz
festgelegten Rechte und Pflichten des Erziehungsberechtigten nicht entzogen.
Die staatlichen Institutionen prüfen lediglich den Entwicklungs- und
Gesundheitszustand des Kindes.
Versteh mich nicht falsch- ich bin auf dieser Seite und finde das auch gut
- nur ist mir das Schreiben halt ein wenig "faul" vorgekommen und deshalb
die Frage. Hatten das bei meinem Erstgeborenen aus erster Ehe damals nicht.
Post by Carsten Beckermann
So einen Fall habe ich im Wohnort bei einer Nachbarin erlebt. Die war mit
ihrem Kind bei der U-Untersuchung, aber hatte diese Bestätigung nicht dabei.
Somit konnte auch keine Stelle von der Untersuchung erfahren, denn der
Kinderarzt darf meines Wissens nach nicht das Ergebnis weiterleiten ohne
diese Einwilligung.
Es ging weiter, dass eine Dame vom Amt nach Hause kam zu meiner
Nachbarin. Sie lies die Dame nicht rein und motzte sie an. Das, was die
Dame sah, reichte ihr jedoch (im positiven Sinne) aus, da die offene
Wohnungstür den Blick auf einen Teil der Wohnung erlaubte. Zudem
war das zu prüfende Kind ja neben seiner Mama für die Dame auch
sichtbar. Das genügte ihr soweit.
Da frage ich mich doch ernthaft, wieso ich mir die Mühe machte mit
diesem Bogen. Aber wenn es halt für die Kinder ist, sieht man über
vieles hinweg.
Tja- siehe Impfverweigerer oben...
Post by Carsten Beckermann
An der Sache stört mich nur eine Tatsache: die Dame vom Amt
musste bei meiner Nachbarin vorbeikommen. Das ist Arbeitszeit,
welche woanders vermutlich sinnvoller hätte eingesetzt werden können.
Zudem ist mir unklar, wie die Ämter sicherstellen wollen, dass sie
bei dem vorangemeldeten Besuch auch das "richtige" Kind gezeigt
bekommen. Dieses Problem taucht in meinem Kopf auch auf beim Kinderarzt.
Wenn jemand ein "anderes" Kind mitnimmt zum Kinderarzt (nicht
der reguläre, sondern ein anderer, welcher ihn noch nie gesehen
hat), dann bekommt dieser jemand den Freifahrschein. Mir ist noch nicht
so ganz klar, wie dieses System verhindern kann, dass sich ein
Kindesvernachlässiger ein "ordentliches" Kind ausleiht, um damit die
Untersuchung durchführen zu lassen. Wer auch immer so etwas tut
und wer auch immer sein Kind so einem Menschen ausleihen würde,
sei mal dahingestellt.
Interessanter Gedanke. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit der
Kindesausleihe eher gering...
Du, leih mir mal dein Kind, ich will nicht, dass das Amt mein verhungertes
Balg sieht...
Post by Carsten Beckermann
Ebenso die U-Untersuchungen des Kindes. Das hat nichts mit
Überwachung zu tun, sondern wirklich nur mit dem Kindeswohl.
Da sieht es mit der jahrzehntelangen Aufbewahrung der Daten
des Einschulungstests ganz anders aus, aber dies ist ein anders
Thema.
Das gibt es?
--
Gruß
Sebastian
Bernhard Muenzer
2010-01-26 12:40:10 UTC
Permalink
Raw Message
[ Followup nach dsfk ]
Post by Sebastian Karkus
Siehst- und hier war ich auch stutzig, denn in dem Schreiben wird das ja
angekündigt, dass man vom Jugendamt einen Besuch bekommt, wenn man sie
NICHT macht.Wenn sie also wissen, dass man sie NICHT macht, warum sollen
sie denn nicht wissen, dass man sie macht? Oder andersrum: Wenn sie den
Nachweis einer Untersuchung verlangen, diese dann nicht bekommen, dann
schließen sie automatisch auf eine nichtstattgefundene U und schickt das
Jugendamt hin.
Wenn ein Arzt im Saarland die Untersuchung durchführt, dann ist er
nach § 8a Abs. 2 ÖGDG verpflichtet, folgende Information über die
Teilnahme an die Zentralstelle weiterzuleiten:
1. Familiennamen des Kindes (jetziger Name mit Namensbestandteilen),
2. Vornamen des Kindes,
3. Tag und Ort der Geburt des Kindes,
4. Geschlecht des Kindes,
5. gesetzliche Vertreterin und/oder gesetzlicher Vertreter des
Kindes,
6. gegenwärtige Anschrift der gesetzlichen Vertreterin und/oder des
gesetzlichen Vertreters des Kindes,
7. Datum der Durchführung der Früherkennungsuntersuchung,
8. Bezeichnung der durchgeführten Früherkennungsuntersuchung.

Das wird mit den Daten der Einwohnermeldeämter abgeglichen.
Fehlt für ein gemeldetes Kind eine Untersuchung, wird eine
entsprechende Einladung verschickt.
Gehen die Eltern daraufhin zu einem Arzt im Saarland, so übermittelt
dieser die Daten aufgrund seiner gesetzlichen Verpflichtung an die
Zentralstelle und der Fall ist erledigt.
Ein Arzt in einem anderen Bundesland darf dies nur tun, wenn er die
entsprechende Schweigepflichtsentbindung hat (vermutlich ist dies der
Zweck der beigelegten Karte).
Post by Sebastian Karkus
Und welche Rechte hat dies, wenn (rein theoretisch) man
denen die Informationen verweigert?
Nach der zweiten erfolglosen Einladung wird der Datensatz an das
zuständige Gesundheitsamt übermittelt, die erklären den Eltern dann,
wozu die Untersuchung gut ist.

Wird die Untersuchung dann immer noch nicht durchgeführt, bekommt das
Jugendamt die Daten, und das wird sich dann ein eigenes Bild machen,
was seiner Auffassung nach dem Kindeswohl am zuträglichsten ist.
Post by Sebastian Karkus
Versteh mich nicht falsch- ich bin auf dieser Seite und finde das auch gut
- nur ist mir das Schreiben halt ein wenig "faul" vorgekommen und deshalb
die Frage. Hatten das bei meinem Erstgeborenen aus erster Ehe damals nicht.
§ 8a ÖDGD trat erst am 1.4. 2007 in Kraft.
Post by Sebastian Karkus
Post by Carsten Beckermann
So einen Fall habe ich im Wohnort bei einer Nachbarin erlebt. Die war mit
ihrem Kind bei der U-Untersuchung, aber hatte diese Bestätigung nicht dabei.
War das im Saarland?

War sie rechtzeitig beim Kinderarzt, nach einer Aufforderung durch die
Screeningstelle oder erst aufgrund der schriftlichen Aufforderung des
Gesundheitsamts?

Die Bestätigung ist erst dann notwendig, wenn das Gesundheitsamt
bereits durch die Screeningstelle eingeschaltet wurde.
Der Arzt übermittelt die Meldung über die Teilnahme an der
Untersuchung nämlich nicht dem Gesundheitsamt, sondern nur der
Screningstelle.
Die Screeningstelle meldet dem Gesundheitsamt nur die Daten von
Kindern, die trotz zweimaliger Aufforderung nicht bei der Untersuchung
waren.
Wenn _nach_ der Einschaltung des Gesundheitsamtes die Untersuchung
durchgeführt wurde, wird das nicht dem GA weitergeleitet.
Das Bestätigungsformular bzw. die Einverständniserklärung über die
Weiterleitung der Daten ist also nur notwendig, wenn:

- die Untersuchung nicht im Saarland durchgeführt wird,
- die Aufforderung für die Untersuchung nicht mehr von der
Screeningstelle, sondern schon vom Gesundheitsamt kommt, oder
- die Laufzeiten sich überschneiden und die Screeningstelle die
Meldung des Arztes erst bekommt, nachdem das GA schon eingeschaltet
wurde.

In allen Fällen kann man dem GA natürlich auch den Eintrag im gelben U-
Heft zeigen; dort stehen dann aber mehr Daten als in der normalen
Bestätigung.
Post by Sebastian Karkus
Post by Carsten Beckermann
Somit konnte auch keine Stelle von der Untersuchung erfahren, denn der
Kinderarzt darf meines Wissens nach nicht das Ergebnis weiterleiten ohne
diese Einwilligung.
Das _Ergebnis_ interessiert die saarländische Screeningstelle nicht;
nur die Teilnahme.
Frank Hucklenbroich
2010-01-27 09:25:06 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Carsten Beckermann
Da sieht es mit der jahrzehntelangen Aufbewahrung der Daten
des Einschulungstests ganz anders aus, aber dies ist ein anders
Thema.
Geht es da nicht evtl. um langjährige Forschungen (Vergleiche über
Jahrzehnte hinweg)? Ansonsten wüßte ich nicht, was jemand mit einem
jahrzehntealten Einschulungstest groß anfangen könnte. Sonderlich
aussagekräftig für die Zukunft dürfte der ja kaum sein.

Grüße,

Frank
Tom
2010-01-25 10:20:09 UTC
Permalink
Raw Message
Ich weiß jetzt nicht, ob wir das gleiche meinen, aber ich wurde vor
ca. 2 Jahren vom JuA (NRW) mit einen Fragebogen zur J1 Vorsorge
angeschrieben. Nachdem ich das Schreiben ignoriert hatte, wurde ich
noch 2 mal angemahnt ... danach war Ruhe! Natürlich wurden alle
Vorsorgeuntersuchungen gemacht, aber dass ich Andere über den Inhalt
informieren soll, ging mir zu weit! Ich verstehe auch nicht wirklich
den Sinn! Da ich die 3 Briefe ignoriert habe, hätte das JuA doch
eigentlich bei mir auf der Matte stehen müssen um festzustellen ob
mein Kind vernachlässigt (oder schlimmer) wird. Ich habe aber nichts
mehr gehört - offensichtlich werden "nur" Daten gesammelt und es geht
überhaupt nicht um die Kinder :-(
Gr. Tom
Sebastian Karkus
2010-01-26 08:20:16 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo,
Post by Tom
Ich weiß jetzt nicht, ob wir das gleiche meinen, aber ich wurde vor
ca. 2 Jahren vom JuA (NRW) mit einen Fragebogen zur J1 Vorsorge
angeschrieben. Nachdem ich das Schreiben ignoriert hatte, wurde ich
noch 2 mal angemahnt ... danach war Ruhe! Natürlich wurden alle
Vorsorgeuntersuchungen gemacht, aber dass ich Andere über den Inhalt
informieren soll, ging mir zu weit! Ich verstehe auch nicht wirklich
den Sinn! Da ich die 3 Briefe ignoriert habe, hätte das JuA doch
eigentlich bei mir auf der Matte stehen müssen um festzustellen ob
mein Kind vernachlässigt (oder schlimmer) wird. Ich habe aber nichts
mehr gehört - offensichtlich werden "nur" Daten gesammelt und es geht
überhaupt nicht um die Kinder :-(
Gr. Tom
Was zeigt, dass das System doch für die Nüsse ist und wirklich nur stupide
Datensammlung stattfindet. Es sei denn, die klopfen bald wieder auf deiner
Matte :)
--
Gruß
Sebastian
Tom
2010-01-26 16:50:08 UTC
Permalink
Raw Message
Post by Sebastian Karkus
Hallo,
Post by Tom
Ich weiß jetzt nicht, ob wir das gleiche meinen, aber ich wurde vor
ca. 2 Jahren vom JuA (NRW) mit einen Fragebogen zur J1 Vorsorge
angeschrieben. Nachdem ich das Schreiben ignoriert hatte, wurde ich
noch 2 mal angemahnt ... danach war Ruhe! Natürlich wurden alle
Vorsorgeuntersuchungen gemacht, aber dass ich Andere über den Inhalt
informieren soll, ging mir zu weit! Ich verstehe auch nicht wirklich
den Sinn! Da ich die 3 Briefe ignoriert habe, hätte das JuA doch
eigentlich bei mir auf der Matte stehen müssen um festzustellen ob
mein Kind vernachlässigt (oder schlimmer) wird. Ich habe aber nichts
mehr gehört - offensichtlich werden "nur" Daten gesammelt und es geht
überhaupt nicht um die Kinder :-(
Gr. Tom
Was zeigt, dass das System doch für die Nüsse ist und wirklich nur stupide
Datensammlung stattfindet. Es sei denn, die klopfen bald wieder auf deiner
Matte :)
--
Gruß
Sebastian
Nach ca. 2 Jahren (letzte Mahnung 1 Jahr) glaube ich das wohl kaum!
Wenn das ein Frühwarnsystem sein soll, dann darf man sich nicht
wundern wenn Kinder nach Jahren in der Gefriertruhe gefunden werden
und keiner hat was gemerkt ....
Tom
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