Discussion:
Sorgerecht
(zu alt für eine Antwort)
r3po
2008-07-30 21:20:02 UTC
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Raw Message
Hallo,

nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.

Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?

Gruß r3po
H. Klatte
2008-07-30 21:27:01 UTC
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Raw Message
Post by r3po
Hallo,
nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Gruß r3po
Hallo,
mein lieber R3PO! Wenn du hier eine Antwort haben mochtest,
dann bitte nur mit Real Name sonst kann es sein, dass du lange warten
musst.
Gruss
Hubert.
Andreas P.
2008-07-31 08:15:03 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by r3po
Hallo,
nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.
Eigentlich sollten immer beide Elternteile das Sorgerecht behalten. Doch es
gibt Fälle, da ist es dann schon besser, wenn es nur bei einem der beiden
Elternteile verbleibt.
Post by r3po
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Ich war immer ein großer Befürworter des gemeinsamen Sorgerechts. Doch 2004
habe ich dann das alleinige Sorgerecht beantragt und auch bekommen.
Die Kinder lebten bis zu dieser Gerichtsentscheidung bei der sog.
Kindesmutter. Seit Mai 2004 nun bei mir und das sind nun auch schon mehr als
4 Jahre.

Es ist eben auch die Frage, wie es deinen Kindern bei deiner Ex ergeht!

Kümmert sie sich gut um sie, oder werden sie als Unterhaltsgeiseln benutzt
und gegen dich aufgehetzt?

Wenn dein Wohnraum groß genug ist um die Kinder aufzunehmen und dein Beruf
es zulässt, die Kindesmutter offensichtlich versagt, dann kannst auch du das
Aufenthaltsbestimmungsrecht und das Sorgerecht beantragen.

Du musst eben nur klar darlegen, dass die Kinder bei dir die bessere
Perspektive haben werden.

Das ist mir damals gelungen und es hat sich auch bewiesen. Meine 3 sind
jeweils die Klassenbesten, sind nicht mehr unterernährt und sonst auch auf
zack.

Gruß
ap
Frank Schletz
2008-07-31 08:15:03 UTC
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Raw Message
Post by r3po
Hallo,
nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Schön das Du dem Rat gefolgt bist, um hier Deine Frage zu stellen.
Das Thema ist sehr "komplex" in dem Sinne, dass die rechtlichen
Sachen zwar relativ gut beschreibbar sind, die praktischen Auswirkungen
jedoch von der Umgebung abhängen (Umgang der nun getrennten miteinander;
Umgang der Schule mit dem Thema, falls es angesprochen wird; usw.).
Und die Fragestellung an sich ist etwas "gewöhnungsbedürftig", da
die Pflicht zur Sorge um sein Kind selten als "Vor-/Nachteils"betrachtung
gesehen wird.

Viel Spass bei der aufkommenden Diskussion und nicht über die Zeitverzögerungen
wundern ;-)
Sebastian Karkus
2008-07-31 08:20:17 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by r3po
Hallo,
nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Gruß r3po
Keine beim Gemeinsamen. Zwar "könntest" du laut Papierlage manche
Entscheidungen angeblich treffen, in Praxis sieht das aber anders aus.

Kurz und schmerzvoll aber IMO ein Fakt.
--
Gruss
Sebastian
H. Klatte
2008-07-31 09:38:32 UTC
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Raw Message
On Thu, 31 Jul 2008 08:20:17 +0000 (UTC), Sebastian Karkus
Post by r3po
Hallo,
Post by r3po
Hallo,
nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Gruß r3po
Keine beim Gemeinsamen. Zwar "könntest" du laut Papierlage manche
Entscheidungen angeblich treffen, in Praxis sieht das aber anders aus.
Kurz und schmerzvoll aber IMO ein Fakt.
Hallo Sebastian,
mit dem gemeinsammen Sorgerecht ist das immer so eine Sache für sich.
Wenn die Mutter/Vater sehr weit von einander wohnen, (war bei mir so
ca. 530 Km.) würde ich darauf verzichten. Die Mutter/Vater müsste ja
jedesmal den anderen fragen, ob er mit dieser oder jehner Entscheidung
einverstanden ist.
Was nützt das gemeinsame Sorgerecht, wenn die Mutter/Vater das
Aufenhaltsbesimmungsrecht hat. Da ist der eine wie der andere schlecht
drann. Gemeinsammes Sorgerecht würde ich vorschlagen wenn beide
Partner nicht mehr als 20 Km voneinander wohnen. Da kan der eine wie
der andere immer mal nach fragen, ob man dies oder das machen kann.
Viele Grüße
Hubert.
Andreas P.
2008-07-31 10:20:02 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Karkus
Keine beim Gemeinsamen. Zwar "könntest" du laut Papierlage manche
Entscheidungen angeblich treffen, in Praxis sieht das aber anders aus.
Wenn ein Kind bei einem Elternteil lebt, dann hat dieser Elternteil auch das
tägliche Allerlei. Dann wegen jedem Furz den anderen Elternteil anzurufen
macht auch keinen Sinn.
Post by Sebastian Karkus
Kurz und schmerzvoll aber IMO ein Fakt.
So ist es.

Gruß
ap
Sebastian Karkus
2008-07-31 12:35:04 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by Andreas P.
Post by Sebastian Karkus
Keine beim Gemeinsamen. Zwar "könntest" du laut Papierlage manche
Entscheidungen angeblich treffen, in Praxis sieht das aber anders aus.
Wenn ein Kind bei einem Elternteil lebt, dann hat dieser Elternteil auch das
tägliche Allerlei. Dann wegen jedem Furz den anderen Elternteil anzurufen
macht auch keinen Sinn.
Ich sprach/schrieb nicht von "jedem Furz", sondern von manchen (relevanten)
Entscheidungen wie z.B. der Einschulung. Da ich aber selbst die Erfahrung
gemacht habe, daß das gemeinsame Sorgerecht so viel Wert ist wie der Dreck
unter dem Fußnagel des Richters, schrieb ich auch, daß es in der Praxis
anders aussieht.
Mit dem heutigen Wissen/Erfahrung würde ich bei einer erneuten Scheidung
das Sorgerecht freiwillig abgeben und somit wesentlich entspannter
geschieden.
--
Gruss
Sebastian
Andreas P.
2008-07-31 13:55:03 UTC
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Raw Message
Post by Sebastian Karkus
Mit dem heutigen Wissen/Erfahrung würde ich bei einer erneuten Scheidung
das Sorgerecht freiwillig abgeben und somit wesentlich entspannter
geschieden.
Bei meiner ersten Scheidung erging es mir wir dir. Man machte mich restlos
platt. Daraus hatte ich dann schon gelernt und wusste, was mich im Fall 2
erwarten könnte.

Erfreulicher Weise sties ich dann auf eine Richterin, die nicht an den alten
Statuten festhielt und wirklich neutral war.

Hilfreich war auch noch, dass sie meine Ex mit meinem Erzfeind verbündete
und mich dann auch noch beim Finanzamt anschiss. In den Monaten in den wir
getrennt lebten, verkamen die Kinder auch zusehens. Magerten ab und meine
Tochter fiel in der Schule extrem ab. Die Kinder wurden allein gelassen,
damit sie in die Disco gehen konnte. Das bis zu 5 mal die Woche!

All das brachte mir dann das alleinige Sorgerecht ein. Du siehst, es lohnt
sich zu kämpfen und nicht schon vorher aufzugeben.

Gruß
ap
Tomªs Nªgel
2008-07-31 11:30:04 UTC
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Post by r3po
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Die meisten Vorteile sind theoretischer Natur. Papiervorteile, die in der
Praxis wertlos sind, wie zum Beispiel das gemeinsame
Aufenthaltsbestimmungsrecht oder die Vermögenssorge. Am wichtigsten ist
noch die erhöhte Chance, dass die Kinder zu dir kommen, wenn die Mutter
sterben sollte. Väter ohne Sorgerecht haben in diesem Fall geringere
Chancen, leibliche Väter denen die Vaterschaftsanerkennung verweigert
wurde haben keine Chance.

In all der Gleichstellungssülze hält das Rechtsunwesen in Deutschschland
strikt an vier verschiedenen Väterkategorien fest, der Unterschied
zwischen Kategorie 2 (getrennt, gemeinsames Sorgerecht) und 3 (getrennt,
kein Sorgerecht) sind nicht riesig. Kategorie 1 (nicht getrennt) und 4
(leiblich, aber nicht rechtlich) unterscheiden sich dagegen deutlich.
Lutz Remmer
2008-08-01 19:45:16 UTC
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Hallo,

nach sieben jahren habe ich kuerzlich zum ersten mal
eine Auswirkung des gemeinsamen Sorgerechts zu spueren bekommen.
Meine Ex musste tatsaechlich eine schriftliche Zustimmung
von mir haben, damit sie fuer unseren Sohn einen Ausweis
beantragen kann.
Irgendwie seltsam, was wohl passieren wuerde wenn ich die
Zustimmung verweigere? Bekommt der Junge dann erst mit 18 einen
Ausweis? Wie ich das hier so schreibe kommt mir der Gedanke,
dass da irgend etwas nicht stimmen kann.
Hat jemand anders auch schon mal in so einem Fall zustimmen muessen?

Fuer mich das wichtigste am gemeinsamen Sorgerecht ist, dass mein Sohn ohne
diskussionen zu mir kommt, wenn seiner Mutter sterben sollte.
Ohne Sorgerecht koennte ein Jugendamt ehr auf die Idee kommen,
dass man ja nicht geeignet sein koennte und das Kind erst mal zur Oma geben.

Gruss
L-u-t-z
Post by r3po
Hallo,
nach der Scheidung stellt sich bei mir nun die Frage nach den Vor- und
Nachteilen des gemeinsamen Sorgerechts für die Kinder.
Die Kinder leben bei meiner Frau. Welche Vor- und Nachteile habe ich in
Sachen Sorgerecht?
Gruß r3po
Sebastian Karkus
2008-08-01 23:00:03 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by r3po
Hallo,
nach sieben jahren habe ich kuerzlich zum ersten mal
eine Auswirkung des gemeinsamen Sorgerechts zu spueren bekommen.
Meine Ex musste tatsaechlich eine schriftliche Zustimmung
von mir haben, damit sie fuer unseren Sohn einen Ausweis
beantragen kann.
:-) Das gleiche Abenteuer habe ich auch vor ein paar Wochen erlebt und
darüber gebloggt :)
Die Anfrage meiner Ex damals:
"Vollmacht.Einverständnis für eine Neubeauftragung Kinderausweis für $Sohn
Schreiben und beim Abstempeln lassen"
Post by r3po
Irgendwie seltsam, was wohl passieren wuerde wenn ich die
Zustimmung verweigere? Bekommt der Junge dann erst mit 18 einen
Ausweis? Wie ich das hier so schreibe kommt mir der Gedanke,
dass da irgend etwas nicht stimmen kann.
Nö- sie würden es einklagen und dann müsstest du es unterschreiben und die
Kosten hättest du auch an der Backe.
Das ist ja nicht so wie z.B. ein Zeugnis, was man einklagen muss, da Exen
sowas aus Prinzip nicht rausrücken oder ärztliche Behandlungen, die man
auch einklagen muss *grummel* - nein: es ist der Kinderausweis, damit die
Mutties auch jederzeit von ihrem Keingeld in Urlaub fahren können :-)
Post by r3po
Hat jemand anders auch schon mal in so einem Fall zustimmen muessen?
Ja - grad vor Monaten.
Post by r3po
Fuer mich das wichtigste am gemeinsamen Sorgerecht ist, dass mein Sohn ohne
diskussionen zu mir kommt, wenn seiner Mutter sterben sollte.
Ohne Sorgerecht koennte ein Jugendamt ehr auf die Idee kommen,
dass man ja nicht geeignet sein koennte und das Kind erst mal zur Oma geben.
Wenn *das* das Argument für das gemeinsame Sorgerecht sein soll :-)
--
Gruss
Sebastian
Frank Schletz
2008-08-02 08:15:04 UTC
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Post by r3po
Hallo,
Post by Lutz Remmer
Fuer mich das wichtigste am gemeinsamen Sorgerecht ist, dass mein Sohn ohne
diskussionen zu mir kommt, wenn seiner Mutter sterben sollte.
Ohne Sorgerecht koennte ein Jugendamt ehr auf die Idee kommen,
dass man ja nicht geeignet sein koennte und das Kind erst mal zur Oma geben.
Wenn *das* das Argument für das gemeinsame Sorgerecht sein soll :-)
Im großen und ganzen ist die Regelung nach dem Tode eines Elternteiles
wohl der Haupt- Dreh und Angelpunkt des Sorgerechts. resp. dass das Kind
vor seiner Volljährigkeit im allg. sich den in betreuenden Elternteil
aussuchen kann.
Sebastian Karkus
2008-08-02 20:35:05 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by Frank Schletz
Post by r3po
Hallo,
Post by Lutz Remmer
Fuer mich das wichtigste am gemeinsamen Sorgerecht ist, dass mein Sohn ohne
diskussionen zu mir kommt, wenn seiner Mutter sterben sollte.
Ohne Sorgerecht koennte ein Jugendamt ehr auf die Idee kommen,
dass man ja nicht geeignet sein koennte und das Kind erst mal zur Oma geben.
Wenn *das* das Argument für das gemeinsame Sorgerecht sein soll :-)
Im großen und ganzen ist die Regelung nach dem Tode eines Elternteiles
wohl der Haupt- Dreh und Angelpunkt des Sorgerechts. resp. dass das Kind
vor seiner Volljährigkeit im allg. sich den in betreuenden Elternteil
aussuchen kann.
Mag vielleicht bei Kleinkindern der Fall sein - bei Teenagern, denen man
deutlich macht, warum man das Sorgerecht freiwillig abgibt, halte ich die
These für nicht zutreffend.
--
Gruss
Sebastian
Frank Schletz
2008-08-02 23:45:03 UTC
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Raw Message
Post by r3po
Hallo,
Post by Frank Schletz
Im großen und ganzen ist die Regelung nach dem Tode eines Elternteiles
wohl der Haupt- Dreh und Angelpunkt des Sorgerechts. resp. dass das Kind
vor seiner Volljährigkeit im allg. sich den in betreuenden Elternteil
aussuchen kann.
Mag vielleicht bei Kleinkindern der Fall sein - bei Teenagern, denen man
deutlich macht, warum man das Sorgerecht freiwillig abgibt, halte ich die
These für nicht zutreffend.
Entschuldige, wenn ich mich undeutlich ausdrückte. Das Argument soll nicht
gegenüber dem Kinde sein, sondern dem Schutz vor gesellschaftlicher Willkür
dienen. Auch Teenager werden/können gegen ihren Willen dem verbleibendem
Elternteil entzogen werden, wenn dieser kein Sorgerecht hat.
Diesen "Schutz" meinte ich resp. die (psychologische) Wirkung auf
"die Gesellschaft" resp. "Behörden", welche einen Eingriff in das
Familienleben für diesen extremfall (Ein elternteil verstirbt)
unwahrscheinlicher macht.
Sebastian Karkus
2008-08-03 09:10:05 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by Frank Schletz
Post by r3po
Hallo,
Post by Frank Schletz
Im großen und ganzen ist die Regelung nach dem Tode eines Elternteiles
wohl der Haupt- Dreh und Angelpunkt des Sorgerechts. resp. dass das Kind
vor seiner Volljährigkeit im allg. sich den in betreuenden Elternteil
aussuchen kann.
Mag vielleicht bei Kleinkindern der Fall sein - bei Teenagern, denen man
deutlich macht, warum man das Sorgerecht freiwillig abgibt, halte ich die
These für nicht zutreffend.
Entschuldige, wenn ich mich undeutlich ausdrückte. Das Argument soll nicht
gegenüber dem Kinde sein, sondern dem Schutz vor gesellschaftlicher Willkür
dienen.
Oh, ich glaube schon, daß ich dich verstehe. Die Willkür ist ja so oder so
gegeben. Meinst du, sie wäre durch das gemeinsame Sorgerecht nicht gegeben?
Ich glaube schon, daß du eher eine Chance hast, dein Kind zu bekommen, wenn
du kein Sorgerecht hast und die Ex verstirbt.
Post by Frank Schletz
Auch Teenager werden/können gegen ihren Willen dem verbleibendem
Elternteil entzogen werden, wenn dieser kein Sorgerecht hat.
Dies können sie auch, wenn dieser eben das Sorgerecht hat.
Schau dir doch mal alleine die Urteile an: du kannst mit deinem Kind
aufwachsen und es jeden Tag sehen und plötzlich scheppert es in der
Beziehung, die Frau packt die Koffer und das Kind ein und irgendein
Vollidiot von Richter entscheidet "im Namen des Volkes", daß du nun das
Kind alle zwei Wochen sehen darfst. Hast du Glück, so siehst du das Kind
auch "im Namen des Volkes" auch plötzlich alle zwei Wochen. Hast du Pech,
dann hast du trotz des gemeinsamen Sorgerechts nichts vom Kind. Kein
Kontakt, keinen Einfluß, rein gar nichts. Worin siehst du denn nun den
Unterschied zum gemeinsamen Sorgerecht oder keinem Sorgerecht?
Das gemeinsame Sorgerecht kann *nur* dann klappen, wenn *beide* Elternteile
es wollen. Sobald eins meint, das Kind sei seins, sind alle Bemühungen für
die Nüsse und alles ist sinnlos.
Post by Frank Schletz
Diesen "Schutz" meinte ich resp. die (psychologische) Wirkung auf
"die Gesellschaft" resp. "Behörden", welche einen Eingriff in das
Familienleben für diesen extremfall (Ein elternteil verstirbt)
unwahrscheinlicher macht.
Die psychologische Wirkung sehe ich eher gegeben, indem Mann sagen würde,
daß sich Richter(in) ihr gemeinsames Sorgerecht dahin stecken kann, wo
keine Sonne scheint, da es letztendlich nichts in der Praxis bringt, dieses
gemeinsame Sorgerecht auf Papier zu erzwingen.
--
Gruss
Sebastian
Andreas P.
2008-08-02 08:25:03 UTC
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Post by Lutz Remmer
nach sieben jahren habe ich kuerzlich zum ersten mal
eine Auswirkung des gemeinsamen Sorgerechts zu spueren bekommen.
Meine Ex musste tatsaechlich eine schriftliche Zustimmung
von mir haben, damit sie fuer unseren Sohn einen Ausweis
beantragen kann.
Kinder brauchen ab einem bestimmten Alter einen Reisepass. Vor allem, wenn
man in die z. B. USA fahren will.
Post by Lutz Remmer
Irgendwie seltsam, was wohl passieren wuerde wenn ich die
Zustimmung verweigere?
Dann wird sie diese einklagen und du hast ihr gleich ein Argument für das
alleinige Sorgerecht geliefert.
Post by Lutz Remmer
Bekommt der Junge dann erst mit 18 einen
Ausweis? Wie ich das hier so schreibe kommt mir der Gedanke,
dass da irgend etwas nicht stimmen kann.
Hat jemand anders auch schon mal in so einem Fall zustimmen muessen?
Das war für mich mit ein Grund, warum ich das alleinige Sorgerecht für meine
Kinder haben wollte. Ich hatte nämlich keine Lust, dass ich mich irgendwann
einmal mit meiner Ex zoffen muss, ob die Kinder nun einen Reisepass haben
dürfen, oder nicht. Außerdem kann ich auch auf andere Querschüsse
verzichten. Wenn das anteilige Sorgerecht nur dafür missbraucht wird, um den
anderen Elternteil das Leben schwer zu machen, dann sollte man ruck-zuck
wieder das alleinige Sorgerecht vergeben. Hier in Hessen wird das bereits so
praktiziert.
Post by Lutz Remmer
Fuer mich das wichtigste am gemeinsamen Sorgerecht ist, dass mein Sohn ohne
diskussionen zu mir kommt, wenn seiner Mutter sterben sollte.
Das ist dürftig, mehr Gründe gab es nicht?
Post by Lutz Remmer
Ohne Sorgerecht koennte ein Jugendamt ehr auf die Idee kommen,
dass man ja nicht geeignet sein koennte und das Kind erst mal zur Oma geben.
Früher hat man diese Kinder auch einfach ins Heim oder in irgendwelche
Pflegefamilien gesteckt.

Gruß
ap
Lutz Remmer
2008-08-02 20:35:05 UTC
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Post by Andreas P.
Post by Lutz Remmer
Fuer mich das wichtigste am gemeinsamen Sorgerecht ist, dass mein Sohn ohne
diskussionen zu mir kommt, wenn seiner Mutter sterben sollte.
Das ist dürftig, mehr Gründe gab es nicht?
Wie ich schon schrieb: das wichtigste.
Neben allerlei juristischer Dinge, die mich bisher nicht betrafen,
gibt es da den psychologischen Effekt, der IMHO
die Eltern dazu bringt, sich gleichermassen verantwortlich zu
fiuehlen. Es gibt mir einfach ein gutes Gefuehl, formal gleichberechtigt
mit der Mutter zu sein. ;-)

Im uebrigen brauchte ich den Ausweis fuer unseren Sohn, denn
ich fahre mit ihm ins Ausland. Es ging ja auch ehr um das
Grundsaetzliche und nicht um den speziellen Fall.

Gruss

L.u.t.z
Sebastian Karkus
2008-08-02 20:35:05 UTC
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Raw Message
Hallo,
Post by Andreas P.
Post by Lutz Remmer
Irgendwie seltsam, was wohl passieren wuerde wenn ich die
Zustimmung verweigere?
Dann wird sie diese einklagen und du hast ihr gleich ein Argument für das
alleinige Sorgerecht geliefert.
Kappes- das wäre kein Argument. Ich kann es nachvollziehen, daß er das
verweigern will. Schließlich war ich auch davon überzeugt, daß ich durch
die gleiche Verweigerung z.B. solche "Späßchen" der Ex und ihrer Anwältin
wie z.B. plötzliche Auslandsaufenthalte zu meinen Besuchszeiten verhindern
kann.
Ist aber alles falsch gedacht und interessiert keinen Schwein (eigentlich
Robenträger - aber da tut sich oftmals nicht viel).
Post by Andreas P.
Post by Lutz Remmer
Bekommt der Junge dann erst mit 18 einen
Ausweis? Wie ich das hier so schreibe kommt mir der Gedanke,
dass da irgend etwas nicht stimmen kann.
Hat jemand anders auch schon mal in so einem Fall zustimmen muessen?
Das war für mich mit ein Grund, warum ich das alleinige Sorgerecht für meine
Kinder haben wollte.
Soweit kein Zoff vorangeht, ist das falsch, dies so zu sehen, denke ich.
Post by Andreas P.
nämlich keine *Lust* [hatte], dass [sich] irgendwann
einmal mit Ex zoffen muss, ob die Kinder nun einen Reisepass haben
dürfen, oder nicht.
Wenn das anteilige Sorgerecht nur dafür missbraucht wird, um den
anderen Elternteil das Leben schwer zu machen, dann sollte man ruck-zuck
wieder das alleinige Sorgerecht vergeben. Hier in Hessen wird das bereits so
praktiziert.
Man sollte das ABR vielleicht auf die andere Person übertragen und schauen,
ob diese Person eher damit leben kann, daß die andere noch Elternteil
bleibt. Erst dann, wenn das andere Elternteil genauso krank ist, wäre ich
dafür, das Kind von den beiden kranken Gestalten zu entfernen.

Solange aber das ABR nur aus finanziellen Gründen gehalten wird, ist alle
Diskussion überflüssig. Wie antwortete meine Ex seinerzeit, als sie mir
vorwarf, ich wollte unseren Sohn "ermorden" und ich daraufhin ihr empfahl,
mich doch deshalb anzuzeigen?
"Nee- dann verlier ich ja den Unterhalt!!!"

Was soll man dazu sagen?!
--
Gruss
Sebastian
TUZ
2008-08-02 20:50:03 UTC
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Raw Message
Hi,

gemeinsames Sorgerecht macht n.m.E. nur Sinn wenn die Elternteile noch "miteinander können" - nicht nur der
lieben Kinder willen, sondern - trotz Trennung - an gemeinsamen Inhalten festhalten. Das dürfte zwischen
den Geschlechtern eher selten aufzufinden sein, Trennungsgründe sind eben nicht nur emotional (auseinandergelebt)
etc. - sondern häufig inhaltlich (Ziele, Perspektiven u.a.), mithin ist der minimale Konsens irgendwann i.A.

Gemeinsames Sorgerecht macht - das mein bester Freund mir vorgeführt - u.U. auf anderem Wege Sinn:
er hat sich - mit klaren Zielen und im Interesse des Kindes - an eine aufgeschlossene Person beim Jugendamt
gewendet und um Beratung / Unterstützung gebeten. Daraus ist eine regelmäßige Runde - mit verpflichtendem
Charakter für die Mutter - geworden. Das läuft seit etlichen Jahren und die gemeinsame Tochter konnte vor
allem deshalb nicht die üblichen Spielchen der sog. Trennungskinder abziehen und hat sich im Rahmen
dessen deutlich besser entwickelt als zuvor. Sie hat sich in diesem Kontext auch für einen Aufenthalt bei ihrem
Vater entschieden und eine Fortsetzung der Gespräche als Garanten für die elterliche Verständigung
eingefordert... Das ist auch eine Aussage wo die Mutter die Eigenentscheidung ihrer heranwachsenden
Tochter anerkennen musste, Letztere diese aber auch altersentsprechend zu begründen lernte.
Aus meiner Sicht bedarf ein gemeinsames Sorgerecht einer aufgeschlossenen - möglichst professionellen -
Begleitung, dann kann es gehen.
Ehrlich gesagt war ich seinerzeit zu vernagelt, aufgebracht etc. um solches ins Auge zu fassen - heute
bin ich froh, dass mein Freund meine Zweifel und Überlegungen auf seine Weise interpretiert und zu
einer besseren Lösung gelangt ist.

Alle anderen Einsichten kann ich dennoch gut stehen lassen, sie sind sicherlich gut begründet:
Holger.
Georg Braun
2009-10-13 08:25:04 UTC
Permalink
Raw Message
Hallo r3po,

Aufenthaltsbestimmungsrecht hat eh der Elternteil bei dem das Kind
wohnt. D. H. wenn dieses Elterteil nach Grönland zieht kannst Du nichts
daran machen. Aber wenn diesem Elterteil etwas geschieht z. B.
toedlicher Unfall dann musst Du dein eigenes Kind nicht adoptieren
sondern kannsz auch ohne Adoption dafür sorgen, sofern nichts gegen Dich
vorliegt.

MfG
Georg Braun

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